HPV-Impfung - Triumph des Marketings

The lightning-fast transition from newly minted vaccine to must-have injection in the United States and Europe represents a triumph of what the manufacturers call education and their critics call marketing.
Die NY Times fragt in einem längeren Artikel nach der Evidenz für die HPV-Impfungen, nach Prioritäten, Kosten und Risiken. Kontrastiert wird dies durch den anschaulich geschilderten Druck durch PR und Marketing, den die beiden Hersteller, Merck & Co. und GlaxoSmithKline, schon vor der Zulassung aufgebaut hatten.

“Merck lobbied every opinion leader, women’s group, medical society, politicians, and went directly to the people — it created a sense of panic that says you have to have this vaccine now.”
Dr. Diane Harper, eine Medizinprofessorin an der Dartmouth Medical School, die an klinischen Studien für die HPV-Impfstoffe beteiligt war.

In einem weitereren Artikel werden zwei Veröffentlichungen aus dem aktuellen NEJM zusammengefasst.
 
[HPV]
Autor: strappato   2008-08-21   Link   (4 KommentareIhr Kommentar  



 

Was sind Arzneimittelfälschungen?

Die österreichische Zeitung "Der Standard" lichtet ein wenig das sprachliche Dickicht, das von Pharmalobbyisten in der Diskussion um Arzneimittelfälschungen gerne genutzt wird.

Wissen: Was sind Arzneimittelfälschungen? Fälschung ist nicht gleich Fälschung - Es gibt mehrere Varianten der illegalen Geschäftemacherei mit Medizinprodukten.
 
[Counterfeit drugs]
Autor: strappato   2008-08-20   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Sanofi Pasteur bei Youtube

Pharma goes web2.0. Sanofi Pasteur, die Impfstofftochter des Pharmakonzerns Sanofi-Aventis, hat einen eigenen Kanal in Youtube eröffnet. Den Anfang macht ein eher lahmes Unternehmensvideo. Sowas, was im Hintergrund auf Tagungsständen die Dauerschleife dreht.


 
[Internet]
Autor: strappato   2008-08-20   Link   (2 KommentareIhr Kommentar  



 

Nachwehen einer Ausschussreise

Der Spiegel-Artikel über eine Reise des Bundestagsgesundheitsausschuss nach Kalifornien hat für mächtig Wirbel gesorgt. Nur ein Beispiel: Handelsblattblogger Thomas Knüwer hat den Tenor des Spiegels aufgenommen und die Reisegruppe mit einem Kegelclub auf Jahresausflug verglichen.

Einem Journalisten wie Knüwer sollte eigentlich in den Kopf kommen, ob die Darstellung des Spiegel stimmt und was wohl der Anlass der Dienstreise gewesen war. Stattdessen wird über Shopping und Freizeit spekuliert. Als Fachblogger hat mich der Fall interessiert und ich habe recherchiert.

Zum einen der Wahrheitsgehalt des Artikels. Da verschaffen die Ruhr-Nachrichten ein wenig Einblick mit den Stellungnahmen des Bundestagsabgeordneten Hubert Hüppe.

Zum Vorwurf "First Class":
Hüppe verwies auf seine Miles&More-Abrechnung: "San Francisco - Frankfurt, Business Class". Nein, First Class sei er nicht geflogen, musste Hüppe am Montag des Öfteren erklären.
Im Westfälischen Anzeiger erklärt Hüppe, er habe sogar angeboten Economy zu fliegen, weil nicht für alle Plätze da gewesen wären.

Zur "Englisch-Schwäche":
Um den Wagen zum Flughafen habe er in der Tat gebeten und auch um die sprachliche Unterstützung beim Einchecken. Den Steuerzahler sei das aber sicher nicht teurer gekommen, als wenn man ein Taxi genommen hätte.

Was bei aller Empörung über die Reise ausgespart bleibt, sind der Anlass und die Termine. Nach meinem Informationen ging es zum grossen Teil um Stammzellenforschung. Wir erinnern uns noch an die erbitterte Diskussion um die Novellierung des Stammzellgesetzes im Frühjahr. Der Bundestag hat am Ende eine einmalige Verschiebung des Stichtags beschlossen. Forscher dürfen damit künftig embryonale Stammzellen aus dem Ausland einführen, die vor dem 1. Mai 2007 entstanden sind. Am Montag dieser Woche hat der Bundespräsident das Gesetz unterzeichnet. Damit ist das Thema nicht gelöst, sondern nur verschoben. Grund genug für die Bundestagsabgeordneten, sich in den USA direkt bei Wissenschaftlern und Unternehmen zu informieren, könnte man meinen.

Ein Ziel war das California Institute for Regenerative Medicine. Die vom Staat Kalifornien ins Leben gerufene und mit 3 Milliarden Dollar für 10 Jahre ausgestatte Einrichtung ist der weltweit grösste Einzelförderer für Stammzellenforschung. Das dort verfolgte Förderkonzept hat grossen Einfluss auf zukünftige Entwicklung der Stammzellenforschung und Ansätze zur Heilung von Krankheiten.

In der deutschen Diskussion ist immer wieder auf die aktuellen ersten Erfolge der Wissenschaftler mit induzierte pluripotente Stammzellen (iPS) verwiesen worden. Körperzellen erwachsener Menschen werden zu iPS umgewandelt, aus denen z. B. Herzmuskel- und Nervenzellen, herangezüchtet werden sollen. Was einige Fachleute darin bestärkt hat, dass die Forschung mit embryonale Stammzellen (ES) einen Irrweg darstelle. Davon ist auch das CIRM betroffen, da die Förderbedingungen einseitig auf die Forschung mit Embryonen ausgerichtet ist.

Weitere Stationen waren u.a. die Bayer AG in Berkeley, die in den dortigen Laboren an einer Behandlung für Parkinson-Patienten aus der Netzhaut toter Neugeborener forscht. Ausserdem ging es auch um die In-vitro-Fertilisation (IVF), die durch die Problematik der Erzeugung überzähliger Embryonen eng mit der Stammzellenforschung verknüpft ist.

Wenn es Gelegenheit gibt, dass sich Fachpolitiker mit den international führenden Wissenschaftlern und Wissenschaftsmanagern auf dem Gebiet austauschen, ist dies meiner Meinung bei einem so wichtigen und umstrittenen Thema zu begrüssen.

Nicht von der Hand zu weisen ist der dem Spiegel zugespielte Brief des deutschen Generalkonsuls in San Francisco. Stellungnahmen der Betroffenen zu dem Spiegel-Bericht konnte ich nur von Hubert Hüppe finden. Die Leiterin der Reisegruppe, die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Annette Widmann-Mauz, schweigt.

Heute hat der Bundestagspräsident erklärt, er wolle die Vorwürfe wegen der USA-Reise des Gesundheitsausschusses im vergangenen Frühjahr aufklären. Vielleicht hilft die Presse und der Spiegel tatkräftig mit und beweist, dass sie mehr können als Vorurteile zu bedienen.
 
[Politik]
Autor: strappato   2008-08-20   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

PR - Täuschen und Tarnen?

Klaus Jarchow fasst im Blog Medienlese einen Disput über das Wesen der PR zusammen. Kommunikationswissenschatler Klaus Mertens hatte der Branche "Rosstäuschung" vorgeworfen, was einige exponierte Vertreter nicht auf sich sitzen lassen wollten.

Die ganze Diskussion mutet ein wenig absurd an. Als wenn es kein Astroturfing oder keine Mietmäuler gäbe - um nur zwei Methoden zu nennen, die mit den ethischen Vorstellungen der PR-Verbände nicht so ohne weiteres zu vereinbaren sind.
 
[Ethik & Monetik]
Autor: strappato   2008-08-19   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Geheimtipps gegen Cellulite

There’s nothing that has been shown in any objective way to create improvement for cellulite,” Robert A. Weiss, president-elect of the American Society for Dermatologic Surgery, told the WSJ.
Quelle: WSJ Health Blog.

Da kennt der US-Dermatologe unseren "Mr. Gesundheit" nicht. Dieser schwört beim Kampf gegen die Veränderung des weiblichen Bindegewebes wahlweise auf Eiswürfel, Lavendel- und Mandelöl, Mandarinen, Vitamin-C-reiches Obst & 500 mg Vitamin C, Äpfel, Kirschen oder Schüssler Salze.
 
[heile Welt]
Autor: strappato   2008-08-19   Link   (4 KommentareIhr Kommentar  



 

Ping-Pong Marketing

Das "Zukunftsmagazin" nano im TV-Programm 3sat hat sich auf eine PR-Veranstaltung eingelassen: 'Pharma-Agent' missbraucht Olympia als Werbeplattform.

Zu sehen in der Mediathek und auch ein Interview mit den Stern-Journalisten Markus Grill, der mit dem "Pharma-Agenten" schon seine Erfahrungen gemacht hat.
 
[Pharmamarketing]
Autor: strappato   2008-08-18   Link   (7 KommentareIhr Kommentar  



 

Mehr Pfizer Bewerbungsvideos

Für die Bewerber, die mit einem Programm der Studentenorganisation AIESEC gerne ein 1-jähriges Praktikum bei Pfizer in Hong Kong absolvieren wollen, spielt das besondere Geschäftsfeld des Pharmakonzerns - was Medizin/Pharma von Banken oder Autohersteller unterscheidet - keine Rolle.

Hier sind weitere Videos:

Revolutionary products. Die hat wohl eher Apple.

http://www.youtube.com/watch?v=ZWC54kfRBzA
Pfizer is exactly providing what I am looking for. Eine beeindruckende Zeile im CV.
 
[Pharmaindustrie]
Autor: strappato   2008-08-18   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

So emotional

Pharmakugelschreiber, Einladungen, Medikamentenmuster, Zusatzverdienst durch Anwendungsbeobachtungen. Das sind nur einige der Mittel, mit denen Pharmaberater Ärzte zur Verordnung motivieren wollen. Hilft wenig, so die Ergebnisse einer US-Studie.

Ärzte sollten die Effektivität der Pharmaaussendienstes von AstraZeneca, Bristol Myers Squibb, Janssen, Eli Lilly und Pfizer beim Vertrieb von atypischen Antipsychotika beurteilen. Resultat: Es zählt die emotionale Beziehung zwischen Pharmaberater und Arzt.

Das Unternehmen, dass die Untersuchung durchgeführt hat, sieht darin einen neuen Ansatz zur Messung der Effektivität von Pharmaberatern. Im Grunde keine Neuigkeit: Gerade in den USA werden gut aussehende, eloquente junge Frauen als "Pharma Reps" auf Tour geschickt - Pharma Babes.

In Deutschland ist das nicht so offentsichtlich, aber trotz einem Überangebot an Pharmareferenten, reisst die Nachfrage nach neuen Bewerbern bei den Leiharbeitsfirmen nicht ab. Ich würde vermutem, dass dies nicht ausschliesslich an dem geringeren Gehalt der Einteigerinnen liegt.


 
[Pharmaaussendienst]
Autor: strappato   2008-08-18   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Gesundheitsausschuss on Tour

Vor Reiseantritt habe Krüger "wiederholt" darauf hingewiesen, "dass das Programm bitte nicht mit inhaltlichen Terminen zu überfrachten sei und genug Zeit zur freien Verfügung bleiben möge", notierte Generalkonsul Schütte.
Der Spiegel berichtet über eine Dienstreise des Bundestags-Gesundheitsausschusses nach Kalifornien.

Wer sich mit Gesundheitspolitik und Ulla Schmidt rumschlägt, hat auch Erholung verdient. Wie wäre es mit Charterflüge für Ärzte auf Staatskosten?

--
Update:
Ich habe eine Nachricht über das Ziel der Ausschussreise bekommen. Das Thema war u.a. induzierte pluripotente Stammzellen (iPS) und das California Institute for Regenerative Medicine, der weltweit grösste Einzelförderer für Stammzellenforschung, was auch der Spiegel gewusst haben soll. Dazu ein Report in Nature.
 
[Politik]
Autor: strappato   2008-08-18   Link   (2 KommentareIhr Kommentar  



 

SEP vom Doovenhof

Mal ein Link zu Kalkofes Mattscheibe. In dem Podcast nimmt Oliver Kalkofe Werbung für Proteindrinks bei n-tv aufs Korn.

Immerhin keine Schleichwerbung, mit der n-tv und die rührige Schönheitsklinik auch schon aufgefallen sind.
 
[Pharmamarketing]
Autor: strappato   2008-08-18   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 



Stationäre Aufnahme












Letzte Beiträge und Kommentare /  Frohe Weihnachten  (strappato)  /  OH!!!  (kelef)  /  Frohe Weihnachten  (strappato)  /  Subjektive Wahrnehmung  (casadelmar)  /  Sehr interessante Sichtweise,...  (akademischer ghostwriter)  
Zum Kommentieren bitte einloggen

Metainfos über das blog. Kontakt: strappato.

search noeszett Add to Technorati Favorites rss