Pfizer kontrolliert Grosshandel in UK

Die britischen Arzneimittel-Grosshändler sind mit ihrem Versuch gescheitert, die Exklusivvereinbarung von Pfizer mit Alliance Boots zu verhindern. Damit werden Medikamente von Pfizer dort nur noch über UniChem, dem Grosshandelszweig des grössten europäischen Apothekenkonzerns Alliance-Boots vertrieben.

Pfizer begründet dies mit dem Schutz der Patienten vor gefälschten Medikamenten. Kritiker, wie auch ich, halten dies für eine Aktion, um Parallel- und Re-Importe zu verhindern und die Preise zu kontrollieren. Bei einem Anteil von 20%, den Parallel-Importe am Arzneimittelmarkt in UK haben, eine naheliegende Vermutung.

In Deutschland haben Parallel-Importe aus Ländern, in denen die Preise durch staatliche Reglementierungen niedriger als hierzulande sind, einen Umsatzanteil von 6% am Apothekenmarkt. Der Importeur Kohlpharma, der nach den deutschen Gesetzen als verantwortlicher pharmazeutischer Unternehmer auftritt, war 2006 die #7 auf der Liste der umsatzstärksten Arzneimittelhersteller in Deutschland, noch vor GlaxoSmithKline, Roche oder Lilly - und nur knapp hinter Pfizer.

Von Brancheninsidern ist zu hören, dass Pfizer europaweit die rechtlichen Möglichkeiten zur Etablierung eines von ihnen kontrollierten Grosshandels prüft. In einem Artikel in der Times wird erwähnt, dass AstraZeneca and Eli Lilly ähnliche Massnahmen planen.
 
[Counterfeit drugs]
Autor: strappato   2007-03-02   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

DocMorris durch die grüne Brille gesehen

DocMorris hat es geschafft, binnen zweier Monate seine vierte (4.!) Franchise Apotheke zu eröffnen. Wenn das Tempo so zügig weiter geht, wird die geplante 500. Apotheke im Jahr 2027 eröffnet werden. Dann könnte Ralf Däinghaus sein Lebenswerk mit 60 vollenden und in Rente gehen.

Immer wieder erstaunt, wie DocMorris die Medien in der Hand hat. Zur jüngsten Eröffnung in Berlin-Pankow ist ein Artikel in der Berliner Morgenpost erschienen, der einen weiteren Tiefpunkt in der Berichterstattung über das Unternehmen markiert.

Weitere sogenannte Partner-Apotheken hat DocMorris in den vergangenen Tagen bereits in kleineren Städten im Saarland, in Nordrhein-Westfalen und in Schleswig-Holstein eröffnet.
In jedem Bundesland eine, und das eher in den vergangenen Wochen oder gar Monaten. Dass die Berliner Apotheke erst die Vierte ist, wird vergessen zu erwähnen.

Mit diesem neuen Konzept will das in Heerlen - im niederländisch-deutschen Grenzgebiet - ansässige Unternehmen offenbar langwierige und teure standesrechtliche Auseinandersetzungen vermeiden.
Offenbar... Offenbar haben die beiden Autoren auch mit Unternehmenssprecher Christian Becker gesprochen. Hätte man doch glatt mal fragen können. Neu ist das Konzept auch nicht, ähnliche Franchise-Systeme, wie etwa die Linda-Apotheken, gibt es schon länger. Und seit wann ist das niederländisch-deutsche Grenzgebiet eine autonome Region? Heerlen und damit der Unternehmenssitz von DocMorris liegt in den Niederlanden.

... plant DocMorris, in den nächsten fünf Jahren bundesweit 500 derartige Partner-Apotheken zu eröffnen. Es gebe bereits 300 Bewerbungen, täglich kämen 20 dazu, so Becker.
Am Anfang waren es noch 3 Jahre, man hat bei DocMorris ein wenig Realitätssinn entdeckt. 20 Bewerbungen pro Tag? Dann sind die 300 Bewerbungen in den letzten 3 Wochen eingetroffen? Und wenn es so weiter geht, dann haben sich Ende des Jahres 20% aller deutschen Apotheker beworben. DocMorris eröffnet Partner-Apotheken? Die Partner bleiben selbstständig und weisungsungebunden. Wenn dann eröffnet der jeweilige Apothekeninhaber eine DocMorris-Apotheke.

Für die Nutzung des Grünen Kreuzes, dem Markenzeichen von DocMorris, und der günstigen Einkaufspreise hat die Partner-Apotheke eine monatliche Lizenzgebühr zu zahlen.
Das grüne Kreuz ist ein international verwendetes Apothekennzeichen. Beispielsweise in Spanien, Grossbritannien, Italien, Frankreich.
Ist wohl eher das DocMorris-Logo gemeint.

Über die Höhe der Gebühr, die nicht umsatzgebunden sein soll, wollte Becker keine Angaben machen.
Wozu gibt es denn das Internet? Wäre leicht zu finden gewesen, dass DocMorris für die Nutzung der Marke und des Logos einmalig 5.000 Euro und monatlich 1.500 Euro in Rechnung stellt.

"Auf Dauer können wir uns den europäischen Entwicklungen nicht entziehen", so Stange.
Am Ende kommt die eigentliche Hauptperson, nämlich der immer noch selbstständige Apotheker zu Wort. "Europäische Entwicklungen" hört sich gut an, da wollen die Autoren nicht noch nachfragen. Mit der europäische Entwicklung wäre Apotheker Bernd Stange nur noch Filialleiter in einem Apothekenkonzern, wenn er nicht von der Marktbereinigung und damit vom geringerem Bedarf an Apotheker betroffen wäre.
 
[DocMorris]
Autor: strappato   2007-03-02   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Bayer streicht weltweit 6100 Arbeitsplätze

Wie schon bei der Übernahme von Schering angekündigt, sollen 10% der 60.000 Stellen wegfallen. Allein in Deutschland 1.500.
 
[Pharmaindustrie]
Autor: strappato   2007-03-02   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Pharmaaussendienst als Seelentröster

Eine paradoxe Situation: Auf der einen Seite schmieden die Pharmaunternehmen Pläne, ihren Aussendienst zu verkleinern. Auf der anderen Seite sieht man bei Befragungen, dass die Ärzte mit dem Pharmaberatern recht zufrieden sind.

Klar gibt es auch negative Stimmen. Aber da muss man die Ärzte schon ziemlich bearbeiten, um das Gewünschte aus ihnen heraus zu locken. Kein Wunder, dass Kritiker immer wieder darauf hinweisen, dass sich Ärzte durch das Marketing der Pharmakonzerne enorm pdf-Dateibeeinflussen lassen. Eine vor kurzem gegründete Initiative unbestechlicher Ärzte und Ärztinnen, die sich dem Marketing der Pharmaindustrie verweigern wollen, kommt nicht so recht vom Fleck.

Paradiesische Zustände für die Pharmaindustrie. Die jahrzehntelange Anstrengungen, die Ärzte mit Gefälligkeiten und Motivationshilfen bei der Therapiewahl zu unterstützen, haben sich gelohnt. Sollte man meinen.

Aber warum zweifeln die Pharmakonzerne dennoch am Nutzen des teuren Aussendienstes?

Weil die Erwartungshaltung der Ärzte nicht mit den veränderten Bedingungen des Pharmamarktes zusammenpasst. Dies lässt sich nur schwer mit Umfragen messen. Überdies gibt es keinen wissenschaftlichen Standard für Ärztebefragungen, was dazu führt, dass die Fragen aussehen, als wären sie beim Brainstorming während der Pause in der Teeküche entstanden.

Ein qualitative Befragung eines auf Medizin spezialisierten Marktforschungsinstituts bringt Bemerkenswertes zum Vorschein.

Zur Einordnung: Das Institut IMIG hilft der Pharmaindustrie mit vielfältigen Methoden bei der Marketingplanung - von Wartezimmerbefragungen über Anzeigentests bis Patienten-Produktworkshops. In der Kundenliste sind alle bekannten Namen vertreten. Auch Selbsthilfegruppen werden als Zielgruppen genannt, mit denen das Institut Projekterfahrungen hat. Zwar nur unter "darüber hinaus", aber Selbsthilfeverbände sind ja eine relativ neue Zielgruppe für das Pharmamarketing. Da kommen sicher in Zukunft noch Projekte hinzu.

Auf den Internetseiten des Unternehmens findet man eine qualitative Arztbefragung, die im April 2005 im Rahmen eines Seminars zum Thema "Einführung in die qualitative Pharma-Marktforschung" von den Teilnehmern angefertigt worden ist: pdf-DateiEinstellung von Hausärzten zum Pharmareferenten 2005.

Die Statements der Ärzte sprechen Bände:
  • Man kennt auch die Leute schon über lange Jahre hinweg, da hat sich auch vielfach eine Freundschaft aufgebaut und das ist auch eine sehr schöne Sache und das ist dann sehr traurig, wenn die Person dann plötzlich kommt und sagt, ich muss jetzt leider auf Wiedersehen sagen.
  • Ich kenne die Präparate eigentlich in- und auswendig, es sind keine Innovationen dabei und die (Referentin) muss mich kennen lernen. Worauf spreche ich an, worauf reagiere ich, wie reagiere ich und das ist dann wieder ein Erarbeiten, wo ich sage, ok, ich kenne Ihre Präparate, Sie brauchen sie mir jetzt nicht im Einzelnen vorstellen.
  • Was auch schlimm ist, wenn sie ins Bitten kommen, 'Können Sie nicht mal das Präparat aufschreiben, danach werde ich in den nächsten Monaten gemessen'. Da kommt auch noch diese Angst da vor, das zeigen die auch, die zeigen ihre Angst, dass die ihren Job verlieren, wenn man die Medikamente nicht verschreibt.
  • Es beginnt eigentlich mit der Sensibilität des Aussendienstmitarbeiters, dass er sagt, ok, der Doktor ist jetzt entspannt, gesprächsbereit oder der sitzt auf Kohlen, da mache ich es kurz. Einfach dieses Mitfühlen, was kann ich von meinem Gegenüber erwarten.
  • Früher sind Pharmareferenten auch ehemalige Friseure geworden, alle möglichen Verkäufer, die waren aber alle sozial kompetent und die hatten auch Erfolg. Das müssen nicht irgendwelche akademischen Wissenschaftler sein, die irgendwas vorstellen. Wir sind mit den anderen bestens zurechtgekommen.
  • Wir sollen ja im Prinzip deren Produkt verordnen, also sollte da eine gewisse partnerschaftliche Beziehung bestehen, die vermisse ich manchmal von Seiten der Firma, wo ich sozusagen mich nur als Handlanger fühle, in Form bei diesem Pressing, dass man sagt, das musst du jetzt verordnen oder wie auch immer.
  • Ich persönlich schätze eigentlich eher den kleinen Rahmen, nicht die Grossveranstaltung unbedingt. Und wenn im Prinzip eine solche Weiterbildungssituation im kleinen Kreis auch von der Firma gesponsert wird, ist es schon etwas, und wenn dann auch die Präparate im Rahmen dieses Themas vorgestellt werden, ist das etwas, was einen positiven Eindruck hinterlässt.
  • Es gab mal so Kunstführungen, das sind einfach Dinge, da geht es jetzt gar nicht so sehr ums Geld, da geht es mehr um die Organisation und so jemand kennt man natürlich. Jemand, der da irgendwas für uns organisiert. Und das ist eigentlich schade jetzt, dass das so verboten wird. Die Pharmareferenten haben uns da auch etwas ermöglicht, was wir gar nicht so schaffen. Hausärztekreise und so was, dass man sich auch mal ungezwungen auch irgendwo trifft, das ist eigentlich schade.
Ja, eigentlich schade, dass der Pharmaberater nicht nur eine nette Abwechslung und Gelegenheit zum Plaudern im Praxisalltag ist und die Pharmaindustrie nicht nur eine Eventagentur, die den privaten Ausstausch von Ärzten organisiert. Diese Erwartungen und die Realität auf dem Pharmamarkt - da tun sich Abgründe auf. Die Ärzteschaft will emotionalen Zuspruch und die Industrie verlässliche Zahlen.

Diese qualitative Studie im Rahmen eines Seminars bietet nur eine Momentaufnahme der Gemütslage. Sie bestätigt meine Erfahrungen, die ich bei Expertenbefragungen mit Ärzten mache, die als Key Opinion Leader nicht ohnehin im Fokus des Pharmaindustrie-Interesses stehen.
 
[Pharmaaussendienst]
Autor: strappato   2007-03-02   Link   (3 KommentareIhr Kommentar  



 

Reverse Takeover

Ein Stimmungsbericht aus der Merck-Zentrale in Darmstadt im Handelsblatt. Serono gibt das Tempo vor.
 
[Pharmaindustrie]
Autor: strappato   2007-03-02   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Korruption im polnischen Gesundheitswesen

Korruption und Schmiergeldzahlungen im polnischen Gesundheitswesen: Ärzte Zeitung.

Die nationalkonservative polnischen Regierung hat die Wahlen auch mit der Angekündigung, die Korruption zu bekämpfen, gewonnen. Was sich aber als nicht so einfach darstellt, da auch die Regierungsparteien im System der Abhängigkeiten eingebunden sind. Spätestens beim Versuch im September 2006 eine Abgeordnete zu kaufen, wurde das offensichtlich.

Ein lesenswertes Buch zu dem Thema von der Wissenschaftlerin Maria Jarosz: Macht, Privilegien, Korruption. Die polnische Gesellschaft 15 Jahre nach der Wende. Eine Besprechung des Buchs im blog von Reinhold Vetter, des Warschauer Korrespondenten des Handelsblatts.
 
[Ausland]
Autor: strappato   2007-03-01   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Putin kritisiert Einnahmen der Pharmakonzerne

Der russische Präsident Vladimir Putin will die Einnahmen der ausländischen Pharmakonzerne reduzieren. Diese würden zuviel an dem staatlichen Programm verdienen, das armen Familien, Rentnern und anderen bedürftigen Gruppen die Kosten für Medikamente bezahlt, meldet das ungarische Wirtschaftsmagazin BBJ.

Die Luft wird rauher für die Pharmaindustrie, die sich von Russland als "Emerging Market" viel verspricht. Wir erinnern uns: Erst letzte Woche hatte Bayer HealthCare das Marketing- und Vertriebsnetz seines bisherigen Partners Pharmonyx Ltd. in Russland übernommen.

Putin sollte eher die allgegenwärtige Korruption bekämpfen. Dann bleibt für alle mehr: Für die Patienten, für die Pharmaindustrie und für den Staat.
 
[Ausland]
Autor: strappato   2007-03-01   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Wir müssen draussen bleiben

Düstere Zukunftsaussichten für Pharmaberater, meint die FTD.

Was ich schon vor vier Monaten geschrieben habe.

Kein Grund zum Mitleid. In Deutschland sollen 15.000 diesem Job nachgehen und mittlerweile einige Arbeitslose. Wenn die Hälfte ihren Musterkoffer abgeben muss, dann sind dies weniger, als alleine bei Airbus zur Disposition stehen.
 
[Pharmaaussendienst]
Autor: strappato   2007-03-01   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Bremer Kick-Back

Im Untersuchungsausschuss zum Bremer Klinikskandel kam gestern zur Sprache, dass der zur Zeit inhaftierte Klinikchef Andreas Lindner Kick-Back Zahlungen für von ihm vergebene Aufträge von den Auftragnehmern erhalten hat. Nicht nur von eigenen Strohmann-geführten Firmen, sondern auch die Unternehmensberatung Admed hat 85.000 Euro aus dem Auftragsvolumen an Linder zurück geleitet, laut der taz.

Der reinste Selbstbedienungsladen. Was hat sich Geschäftsführung der Unternehmensberatung dabei gedacht? Oder ist sowas im Gesundheitswesen mittlerweile üblich? Wenn man den Bericht von der vorangegangenen Ausschusssitzung liest, wird man das Gefühl nicht los, dass dies kein Einzelfall ist.
 
[Bremer Klinikskandal]
Autor: strappato   2007-02-28   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Die Krone des Medizinjournalismus

In unserem Nachbarland Österreich gibt es die Kronen Zeitung (kurz "Krone"). Eine Boulevard-Tageszeitung, die in Relation zur österreichischen Bevölkerungszahl eine der erfolgreichsten weltweit ist und gegen die die Bild seriös wirkt. Der Einfluss auf Gesellschaft und Politik ist dementsprechend hoch. Die deutsche WAZ-Gruppe hält 50% der Anteile.

Die Krone hat Medizin und Gesundheit als strategische Themen erkannt und gibt zusätzlich die Ärzte-Krone, die Apotheker-Krone (beide 14-tägig) und Zahn-Krone (achtmal pro Jahr) heraus, die sich an niedergelassene Ärzte bzw. Apotheker richten. Für Patienten gibt es die Wartezimmer-Krone als Beilage der Ärzte-Krone. Im Mittwoch-Magazin „Zeit zum Leben“ werden ebenfalls Gesundheitsthemen schwerpunktmäßig aufbereitet. Im Magazin "Krone-Gesund“ werden Informationen, Tipps und Anregungen in den Bereichen Gesundheit, Medizin, Wellness, Sport und Ernährung präsentiert.

Natürlich gibt es einen pdf-DateiThemenplan, mit dessen Hilfe die Pharmaindustrie ihre Anzeigen und Kampagnen planen kann. Denn alle diese Gesundheitsableger werden von derselben Redaktion produziert.

"Bild kämpft für Sie" - das kennen wir in Deutschland. Eine Zeitung hilft den Lesern im Kampf gegen ungerechte Bürokraten und uneinsichtige Unternehmer. Die Krone setzt dem die Krone auf und hat seit Herbst 2006 einen ArzneiOmbudsmann.
Sie haben Probleme mit dem Erhalt von Arzneimitteln? Der Chefarzt hat ein Medikament abgelehnt, aber Ihr Arzt meint, es wäre das Beste für sie? Ihre Krankenkasse hat die Kosten für ein Medizinprodukt abgelehnt, das Sie aber dringend brauchen? Oder Sie haben jahrelang ein Medikament bekommen, das gut geholfen hat, und Sie bekommen dieses nun nicht mehr? Bei all diesen Problemen können Sie sich an den ArzneiOmbusdman wenden.
Wie schamlos da mit der Pharmaindustrie zusammengearbeitet wird, zeigt ein Beispielartikel: pdf-Dateikrone (pdf, 511 KB).

Statt Wirkstoffe werden die Handelsnamen genannt, Neuheiten werden als Innovationen gefeiert - 2006 sind Präparate auf den Markt gekommen, die bisher kaum beherrschbare Krankheiten plötzlich behandelbar machten - und der Präsident des Pharmaindustrieverbandes Pharmig, Dr. Hubert Dressler, darf im Text die Erstattung aller neuen Präparate fordern. Der "Gegenspieler", der Hauptverband der Sozialversicherungsträger, kommt in einem extra Kasten zu Wort. Faktisch unter Ausschluss der Leserschaft - Platzierung und Diktion sind mit Krone-Leser nicht kompatibel.
 
[Oesterreich]
Autor: strappato   2007-02-28   Link   (3 KommentareIhr Kommentar  



 

Joyeux anniversaire


Mein Lieblings-Comic-Held wird heute 50! Gaston Lagaffe.
 
[heile Welt]
Autor: strappato   2007-02-28   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Misserfolg bei Gesundheitsstrukturgesetz 1992

Eine interessante Dissertation an der Universität Mannheim. Juliane Landmann hat die Auswirkungen der Gesundheitsreform 1992 untersucht, die einen regulierten Wettbewerb der Krankenkassen gebracht hat. Mit Wahlfreiheit der Versicherten, einem Risikostrukturausgleich zwischen den Krankenkassen und dem Bundesausschuss als Entscheidungsgremium für die Leistungen der vertragsärzlichen Versorgung.

Am Ende der Analyse stellt sich heraus, dass die Einführung des regulierten Wettbewerbs zwischen den Krankenkassen als ein Steuerungsmisserfolg zu bewerten ist. Zwar wurde auf Krankenkassenseite ein grösseres Interesse an Wirtschaftlichkeit erzeugt, allerdings können sich diese Interessen aufgrund der Verhandlungssituation im Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen nicht durchsetzen.
Landmann J. Politische Steuerungsprozesse im Politikfeld Gesundheit. Eine Analyse der Auswirkung von reguliertem Wettbewerb. Dissertation. Universität Mannheim 2007.

15 Jahre später versucht nun die Bundesregierung mit dem GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG) und dem Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (VÄndG) dieses Ungleichgewicht zu beheben und auf Seite der Leistungerbringer mehr Wettbewerb zu schaffen. In Deutschland geht halt alles nicht so schnell. Die Auswirkungen des Gesundheitsfonds werden erst ab 2012 sichtbar. Dann wird wieder per Gesetz kräftig weiter gesteuert werden.
 
[Politik]

Autor: strappato   2007-02-28   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Win-Win auf österreichisch

siyani hat mich in den Kommentaren auf die österreichische PR-Agentur welldone hingwiesen.

In der Wiener Lazarettgasse 19/4 residiert nicht nur die Agentur, sondern auch: Auf die Agentur sind auch alle drei Domains eingetragen.

Der gemeinnützige Verein "Altern mit Zukunft" gibt sich im Internet bezüglich der Finanzierung verschlossen. Wenn man sich über die Geldgeber des Vereins informieren will, sollte man die die Liste mit den Vereinsaktivitäten(doc) ansehen.

Der 1. Österreichische Diabetes-Bericht 2004 ist von dem Insulin-Hersteller Novo Nordisk gesponsert worden, dem es ein besonderes Anliegen ist, einen Beitrag zur Diabetes-Vorsorge zu leisten.

Der Bericht Epidemiologie Neuropathischer Schmerz in Österreich ist von Pfizer in Auftrag gegeben worden. Das Unternehmen unterhält auch die Patientenplattform neuropathischer Schmerz.

Den Adipositas Bericht 2006 haben Pfizer und Sanofi-Aventis unterstützt. Sanofi-Aventis hat mit Acomplia® eine Diätpille im Programm und Pfizer mit Sortis® einen Lipidsenker, der weltweit zu den umsatzstärksten Medikamenten gehört.

Der Sponsor für des Allergieberichts und des "Study Reports Gräserpollenallergie 2006" ist nicht offen ersichtlich, jedoch fällt am Ende der Pressemitteilung der Hinweis auf eine neue "Gräserallergentablette" auf. Der Hersteller Alk Abello wird von Welldone intensiv betreut.

Beim pdf-Datei2. Kongress für Allgemeinmedizin & Integrierte Gesundheitsversorgung 2006 waren Actelion, Merck Sharp & Dohme, Pfizer, Sanofi-Aventis und Wyeth als Sponsoren genannt worden. Die Organisation hat Update Europe – Gesellschaft für ärztliche Fortbildung übernommen, deren Büros einen Stockwerk über denen von Weldone liegen. Bei soviel räumlicher Nähe darf sich das Unternehmen auch in der Kundenzeitschrift von Welldone präsentieren. Die vom Verein "Altern mit Zukunft" initiierten Therapieleitlinien "Demenz Konsensus" und "Diabetes Konsensus" sind in der hauseigenen Zeitschrift "Internationale Zeitschrift für ärztliche Fortbildung" publiziert worden.

Es versteht sich von selbst, dass die meisten Sponsoren sich auf der umfangreichen Kundenliste von Welldone finden.

Die Vereinsanschrift ist im Haus es Steuerberaters, die Büroanschrift in den Räumen von Welldone. Wo die Berichte enstehen, die Projekte entwickelt und bearbeitet werden oder die Studienanalysen gemacht werden, bleibt unklar. Der Verein wurde 2004 von der Sozialmedizinerin Dr. Anita Rieder ins Leben gerufen, die am Institut für Sozialmedizin der Universität Wien tätig ist. Prof. Kunze, der Leiter des Instituts, ist hier im blog schon mehrmals als umtriebiger Wissenschaftler aufgefallen. Vieles wird in dem Institut abgewickelt, aufgrund der Autorenschaft der Berichten naheliegend.

Natürlich hat so ein wichtiger Verein auch ein Medizinisch-wissenschaftliches Board. Ich kenne die österreichische medizinische Szene nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass da alle drinsitzen, die irgendwas in Gesundheitspolitik oder Fachverbänden zu sagen haben. International fällt die Beziehung zur Medizinischen Hochschule Hannover auf. Nebenbei: Dort hat übrigens auch unsere deutsche Familienministerin von der Leyen Public Health studiert und in der Abteilung Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung von Prof. Schwartz gearbeitet.

Dass Universitäten Auftragsforschung in gemeinnützige Vereine auslagern, ist nicht neu. Unseren Nachbarn in Österreich ist gelungen, diese industrienähe durch die enge Verbindung mit der grössten medizinischen Kommunikations-Agentur auf ein neues Niveau zu heben. Win-Win. Die Agentur wird damit zum echten "Full-Service"-Anbieter, die von PR über wissenschaftliche Studien bis zur Publikation alles liefern kann und die beteiligten Wissenschaftler bekommen nicht nur Drittmittelaufträge, sondern können sich auch als Experten in Medienkampagnen präsentieren.
 
[Oesterreich]
Autor: strappato   2007-02-28   Link   (2 KommentareIhr Kommentar  



 

Microsoft kauft Gesundheits-Suchmaschine

Microsoft kauft die auf Medizin- und Gesundheitsthemen spezialisierte Search-Engine Medstory. Die Angestellten von Medstory sollen in die "Health Solutions Group" von Microsoft integriert werden.

Ein Artikel in der NY Times dazu.

Microsoft sieht die Übernahme der Start-Up-Firma als Teil einer breit angelegten Strategie für einen Einstieg in den Bereich Gesundheitswesen.

Ob die Neuwerwerbung wirklich sich von anderen Suchmaschinen durch eine "intuitive Suchtechnik" unterscheidet, die Verbrauchern und medizinischem Personal vorsortiere Informationen zu Gesundheitsthemen liefert., ist fraglich. Denn google hat auch aufgerüstet und liefert statt fragwürdige Therapieangebote gute Treffer mit weiteren Filtermöglichkeiten für den Nutzer.


Um den selbst gesetzten Anspruch gerecht zu werden müsste Medstory schon mehr liefern als links zu Wikipedia und Patientenverbänden.

 
[Internet]
Autor: strappato   2007-02-28   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Wir nennen es Arbeit

Ich sollte Pharmaberater werden.

Dann hätte ich endlich genug Zeit.
 
[Pharmaaussendienst]
Autor: strappato   2007-02-28   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 



Stationäre Aufnahme












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