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![]() „Qualitätsstandards sind gefragt“ Bei der ![]() Bei der Ausformulierung könnte ihm ein Fallbeispiel aus dem eigenen Hause behilflich sein. Dieses habe ich schon in den Kommentaren zur Sprache gebracht, möchte es aber auf besonderen Wunsch noch einmal in angemessener Weise würdigen. 1. Der Marktführer für Schönheitsoperationen in Deutschland ist die Klinikkette Mang Medical One AG, durch Fusion aus der Klinikkette Medical One AG und der "Bodenseeklinik" des selbst weniger schönen Schönheitschirurgen und dennoch im Fernsehen ![]() 2. Die Medical One AG findet sich in den Referenzen der MCG Medical Consulting Group, einer "Unternehmensberatung für Kommunikation mit Sitz in Düsseldorf, deren Kunden aus dem Medizin- und Pharmamarkt stammen" (wer behauptet, die MCG sei eine Düsseldorfer Marketingagentur für Medizinprodukte, muss mit anwaltlichem Widerspruch rechnen). Die MCG war oder ist daneben auch über personelle Verflechtungen mit der Klinikkette verbunden; MCG-Geschäftsführer Guido M. wurde vom Handelsregister als einer der Hauptaktionäre der Medical One AG ausgewiesen. Teil des Leistungsumfangs: In Kooperation mit einem unserer Netzwerk-Partner haben wir ergänzend eine Vermarktungsstrategie entwickelt, die den Kontakt mit den Usern im Internet genau dort herstellt, wo nach Informationen rund um die Leistungsspektren der Medical One AG gesucht wird. Eine Vier-Flanken-Strategie bestehend aus Key-Word-Targeting, Pop-Up-Kampagne, Online-Kooperationen und einer cross-medialen-Verkoppelung stellt sicher, dass sich ein Interessent und damit ein potentieller Patient zwangsläufig irgendwann auf der Internetplattform der Medical One AG wiederfindet. 3. Der "Informationsanbieter für Medizin, Gesundheit und Wellness" BertelsmannSpringer Medizin Online (BSMO) [Edit: firmiert mittlerweile als BSMO Business Solutions Medicine Online] zählt neben unzähligen Pharmafirmen auch die Medical Consulting Group zu seinen Kunden. Die Mission von BSMO ist klar: Gemeinsam entwickeln wir mit Ihnen Konzepte und die dahinter stehenden Lösungen, die Ihre Produkte erfolgreich bei Ihrer Zielgruppe positionieren. 4. Stern.de wird von BSMO mit "medizinischen Inhalten" versorgt:. Wir freuen uns, die User von stern.de ab sofort mit weiteren aufschlussreichen Beiträgen und nützlichen Ratschlägen rund um Ernährung, Wellness und Medizin zu versorgen. 5. Bei stern.de (und auch im gedruckten Stern) gibt es immer wieder wohlwollende Berichte und Serien über Schönheitsoperationen. Unter der Überschrift "Dünner, hübscher, jugendlicher" ist beispielsweise zu lesen: Jürgen Tacke, Plastischer Chirurg an der Hamburger Medical-One-Klinik, hat kurz vor dem Eingriff die Problemzonen an Manuela Ehlers Bauch mit einem Spezialstift markiert. Jetzt schneidet er an den blauen Linien mit einem Skalpell in die Haut.
Tenor des Artikels: Schönheitsoperationen liegen voll im Trend, sollten aber von qualifizierten Kräften durchgeführt werden:Dass keineswegs nur seriöse Körper-Künstler am Werk sind, zeigt auch der Fall eines Chirurgen, der im vergangenen Jahr vom Hamburger Landgericht wegen 15 verpfuschter Operationen verurteilt wurde. Er hatte beim Fettabsaugen in seiner Privatpraxis "Face Aesthetik" Dellen und Krater an Beinen, Bauch und Gesicht fabriziert und unterschiedlich große Brüste modelliert.
Das passt ganz hervorragend zum zentralen Claim der Medical One AG: Nach dem Grundsatz "Sicher zum gewünschten Ziel" arbeiten die Kliniken der Medical One AG bundesweit nach den gleichen Standards: die Leitung der Häuser liegt ausschließlich in den Händen von plastischen Chirurgen mit Spezialisierung auf den Ästhetischen Bereich, alle Kliniken sind staatlich konzessioniert, Produkte und Materialien sind zertifiziert und die Behandlungsqualität wird intern durch eine Qualitätskommission und extern durch ein unabhängiges Gremium kontrolliert. Win-Win-Win-Win-Journalismus. _ Dass die BSMO an der Seite der MCG in Sachen Schönheitsoperationen unterwegs war, kann man übrigens auch hier nachlesen. [Journalismus]
Von Medizinjournalisten aufbereitet Zusätzlich haben Pharmaindustrie und Medizintechnik-Hersteller die Möglichkeit, aktuelle Forschungsergebnisse, Firmenportraits oder Produktbesprechungen zu publizieren. Alle eingehenden Texte werden dabei von Medizinjournalisten der Thieme Verlagsgruppe auf ihre wissenschaftliche Qualität hin geprüft und mediengerecht aufbereitet.
Aus einer Pressemitteilung des einschlägig bekannten Thieme Verlags.[Journalismus]
Journalisten nicht häufiger Stalking-Opfer Rechtzeitig zur grossen Blogger vs. Journalisten Diskussion heute abend in Berlin: Journalisten sind beruflich keinem erhöhten Risiko, Stalking-Opfer zu werden, ausgesetzt. Journalismus ist also kein risikoträchtiger Beruf, was man von bloggen ![]() Die Autoren einer Studie, die kürzlich in der Zeitschrift "Das Gesundheitswesen" (Thieme Verlag...) veröffentlicht wurde, gingen von der Hypothese aus, dass aufgrund der spezifischen beruflichen Tätigkeit, beispielsweise durch Meinungsäusserung in der Öffentlichkeit oder die Recherche in besonders gefährdeten Arbeitsbereichen, Journalisten einem erhöhtem Risiko ausgesetzt sein könnten, in das Visier von Stalkern zu geraten. Ergebnis: 15,7% aller Stalkingfälle bei den befragten 493 Journalisten waren ausschliesslich auf die berufliche Tätigkeit zurückzuführen. Die Lebenszeitprävalenz - der Anteil derer, die irgendwann im Leben Stalking-Opfer wird - ist in der Gruppe der Journalisten mit 14,2% nur geringfügig höher als in einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe. Die Autoren geben an, dass sich auch bezüglich anderer Aspekte, wie Dauer, Methoden, gesundheitliche Folgen oder Aggressivitätspotential, keine Unterschiede zwischen beruflich bedingten und anderen Stalking-Fällen finden liess. Auffallend war lediglich, dass die Mehrheit der gestalkten Journalisten männlichen Geschlechts war, währenddessen sonst hauptsächlich Frauen Stalking-Opfer werden. Auch reagierten die Journalisten abgeklärter auf aggressive Übergriffe und Drohungen. Was die Wissenschaftler auf das männliche Rollenverhalten zurückführen. Wir sähe das bei Bloggern aus, die stärker als Journalisten in der Internet-Öffentlichkeit stehen und durch pointierte Meinungsäusserung polarisieren? Ausserdem sind sie durch Impressumspflicht eher von Stalkern identifizierbar. Auch könnten sich Blogger bei Stalking-Fällen eher alleine fühlen, da sie schwieriger mit Kollegen oder Vorgesetzten darüber sprechen können, wie es 72,7% der befragten Journalisten angaben. Internet-Stalking wurde in der Studie nicht erwähnt. Aber Journalisten und Internet ist ja sowieso ein kompliziertes Thema, was heute abend sicher offenkundig wird. -- Es gibt von der Veranstaltung "Regeln oder Anarchie? – Journalismus im www" einen Live-Stream ab 19:00 Uhr: http://www.djv.de/livestream [Journalismus]
Allzeit bereit! Eli Lilly hat von der FDA die Zulassung für die Potenzpille Cialis® als tägliche Dosis bekommen. Bisher wirkte die Tablette 36 Stunden. In der neuen Form lautet das Motto: Für Liebe und Fetischismus seid bereit – Immer bereit! [heile Welt]
Pfizer-Werbung dient nur der Volksaufklärung Jarvik's presence in the advertisements is meant to educate consumers on the importance heart health.
Die Lipitor-Werbung von Pfizer soll nicht das Produkt verkaufen, sondern über die Bedeutung der Herzgesundheit aufklären. Das ist die Antwort eines Pfizer-Sprechers auf die anhaltende Kritik in den US-amerikanischen Medien über Pfizers PR-Celebrity Robert Jarvik. Der Chairman des House Committee on Energy and Commerce des Kongresses hat Pfizer unangenehme Fragen gestellt, da Jarvik in den Spots als Arzt auftritt, jedoch ![]() Pfizer hat positive PR nötig. Das hat auch CEO Jeff Kindler erkannt und heuert zum ersten Mal einen "Senior Vice President of Worldwide Communications and Chief Communications Officer" mit Verantwortung für die weltweite Kommunikation an, der Kindler direkt berichtet. Man sollte sagen "die". Den neuen Job hat Sally Susman bekommen. Sie war war vorher für die Kommunikation beim Kosmetikkonzern Estée Lauder zuständig. Nun wird Pfizers Aussendarstellung etwas mehr Glamour bekommen. Demnächst Lippenstifte mit Pfizer-Aufdruck statt Pharmakugelschreiber? [Pharmamarketing]
Risk-Sharing auf Kosten des Patienten Vom "risk sharing" ist leider der Patient ausgenommen, der das Risiko für Nebenwirkungen, insbesondere therapieresistentes Vorhofflimmern alleine zu tragen hat.
Das blog antinovartisinnovation zum Risk-Sharing-Vertrag der DAK mit Novartis über die Therapie mit Aclasta® (Zoledronsäure).[Arzneimittel]
Österreichische Fachgesellschaften empfehlen Ezetrol® Zahlreiche österreichische Fachgesellschaften lassen sich durch ![]() Durch die Zugabe von Ezetimib 10 mg zur bestehenden Statintherapie ließ sich eine zusätzliche LDL-Cholesterinsenkung von bis zu 26 Prozent erreichen“, erläutert Prof. Dr. Bernhard Ludvik, Präsident der Österreichischen Diabetesgesellschaft.
Es wird keinen regelmäßigen Leser dieses Blogs überraschen, dass man Professor Ludvik und viele seiner Kollegen aus den Fachgesellschaften auch auf industriegesponsorten Veranstaltungen zum Thema trifft.![]() [Ezetrol]
Deutsches Gesundheitswesen im TV-Magazinen Kein politisches Magazin im deutschen Fernsehen ohne einen Beitrag zum Gesundheitswesen. Gestern waren [plusminus und Frontal21 an der Reihe. Abrechnungsbetrug Die Autoren von Frontal21 haben systematischen Abrechnungsbetrug in deutschen Facharztpraxen aufgedeckt. Wobei die Abrechnung ambulanter Leistungen nicht so einfach ist, wie es Frontal21 darstellt. Tipps, wie Ärzte die EBM-Ziffern, die jeweils einzelnen Leistungen oder Leistungskomplexen entsprechen, zu ihren Gunsten optimieren gibt es so lange, wie es den EBM gibt. Die Grenze zwischen der angemessenen vollständigen Dokumentation von Leistungen und dem Abrechnungsbetrug ist fliessend. Darüber wachen sollen die Prüfungsausschüsse die mit Vertretern der Vertragsärzte (Kassenärztliche Vereinigung - KV) und den Krankenkassen (Spitzenverbände) besetzt sind. Gemäss den Prüfvereinbarungen werden Durchschnittswerte herangezogen und Leistungen bestimmte Zeiten zugeordnet. Eine direkte Plausiblitätsprüfung mit Angaben des behandelten Patienten findet nicht statt. Wenn es um ärztliche Leistungen geht, kann der Arzt eigentlich nur seine Kollegen betrügen. Das von den KVen verteilte Budget ist fix. Mehr Leistungen von allen Ärzten bewirken, dass die einzelne Tätigkeit weniger wert wird, da den Abrechnungsziffern nur Punkte und nicht Beträge zugeordnet sind. Das von den Ärzten kritisierte Hamsterrad und die von ihnen verhasste Muschelwährung. In dem Frontal21-Fall geht es um ambulante Operationen. Das ist ein besonderes Thema. Ambulante Operationen sind seit Jahren unterbewertet, dem gern gebrauchten Schlagwort "ambulant vor stationär" zum Trotz. Speziell die Einführung des EBM2000plus im April 2005 hatte zu schmerzhaften Honorareinbussen bei den ambulanten Operateuren geführt. Dass nun hier betrügerische Höherbewertungen von Leistungen zu sehen sind, kann man psychisch auf den Frust dieser Ärzte zurückführen - aber physisch besonders auf die extrabudgetäre Vergütung mit einem festen Punktwert, den die Operateure in den meisten KVen nach zähen Ringen erstritten haben. Eine Einladung zur Selbstbedienung. Wenn nun 2009 die Muschelwährung durch feste Vergütungen ersetzt werden soll ("Euro-EBM"), lässt diese Abrechnungskosmetik erahnen, was auf die Krankenkassen und Versicherte zukommt. Medikamentenpreise [plusminus hat die Medikamentenpreise entdeckt. Deutschland, der weltweit drittgrösste Markt für Medikamente, ist ein Hochpreisland in Sachen Arzneimittel. Das ARD-Magazin ging der Frage nach, wie dies kommt und wieder fällt der Begriff "Selbstbedienung". Auch hier ist die Materie komplexer, als es in einen TV-Beitrag dargestellt werden kann. Bei Verhandlungen der Hersteller mit Krankenhäusern und im Rahmen von Rabattverträgen beispielsweise sind schon heute die Apothekenverkaufspreise reines Wunschdenken. Ein Fazit bleibt: Die heutigen Massnahmen zur Kostendämpfung bei Medikamenten sind bürokratisch, unsystematisch und nicht sehr erfolgreich. Am Rande nett: Mittlerweile scheinen die TV-Magazinmachern überall Pharmaindustrie-Verschwörungen zu wittern. Betont wird, dass man nur in Österreich ein von der Pharmaindustrie unabhängiges Institut (das staatliche ÖBIG) gefunden habe, das für die Redaktion einen Preisvergleich zwischen verschiedenen Ländern durchführen konnte. Klarer Fall von leicht paranoider fachlicher Überforderung. Wir hätten das auch für den NDR erledigt, vergleichbare Aufträge kommen auch von Pharmaunternehmen, die ebenso Unterstützung im verwirrenden europäischen Arzneimittelmarkt benötigen. Auch denen bietet das ÖBIG ihre Pharma-Preisinformation (PPI) als Leistung an. [TV-Magazine]
Merck & Co: Rückschlag im Rennen um die Wunderpille Bei der Suche nach den Blockbustern, neue Medikamente mit Potential für Milliardenumsätze, steht das Thema Übergewicht ganz oben auf der Wunschliste. Eine Pille gegen Adipositas würde dem Hersteller auf Jahre Gewinne versprechen. Oder viel Ärger, wie es Sanofi-Aventis mit Acomplia® erlebt. In den USA ist die Zulassung wegen Nebenwirkungen in weite Ferne gerückt und in Europa musste Sanofi-Aventis Warnhinweise und Indikationseinschränkungen hinnehmen. Seit Mitte letzten Jahres darf Patienten mit Major-Depression das Abmagerungsmittel (Wirkstoff: Rimonabant) nicht mehr verschrieben werden. Diese Kontraindikation gilt generell auch für Patienten, die mit Antidepressiva behandelt werden. Bei der Entwicklung einer Depression muss das Medikament sofort abgesetzt werden. In den USA hatten vor allem die erhöhte Gefahr von Suizidgedanken die Zulassung verhindert. In Europa kein Thema. Diese Erfahrungen halten andere Pharmakonzerne nicht davon ab, ähnliche Präparate zu entwickeln. Zu verlockend ist die Aussicht auf einen Milliardenmarkt. Merck & Co. testet zur Zeit den Wirkstoff Taranabant in klinischen Studien, der ähnlich wie Rimonabant von Sanofi-Aventis Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn blockiert. Nicht überraschend, dass Taranabant nun in einer frühen Studie vergleichbare Nebenwirkungen wie Acomplia® zeigte. Das Rennen um die Abnehm-Wunderpille geht weiter. Mindestens 30 Unternehmen haben den Markt im Visier. [Arzneimittel]
D.C. legt Pharmavertreter an die Kette Der amerikanische Bundesdistrikt District of Columbia will den Einfluss der ![]() (Hat Tip: Pharmalot) [Pharmaaussendienst]
Kartellamt bestraft Pharmakonzerne Das Bundeskartellamt hat Geldbussen von insgesamt 465.000 Euro gegen Apothekerverbände, Pharmafirmen und Apotheken verhängt. Dabei geht es um die Aufrechterhaltung der unverbindlichen Preisempfehlungen bei nicht-rezeptpflichtigen Arzneimitteln in Deutschland. Von den Pharmakonzernen sind Bayer Vital, Boehringer Ingelheim, McNeil Pharma, Novartis Consumer Health und Procter & Gamble betroffen. Bei den Strafen und den Berichten in den Medien sind die Pharmaunternehmen noch billig weggekommen. Die Höhe der Busse kann aus der Portokasse beglichen werden. Der Grundbetrag für derartige Vergehen hätte bis zu 30% des Jahresumsatzes der betroffenen Unterfirma liegen können. In den Medienberichten werden die Vortragsveranstaltungen der Apothekerverbände hervorgehoben. Kein Journalist fragt sich, ob denn Vorträge alleine genügen, um Apotheken bei der Preisgestaltung auf Linie zu bringen. Markus Grill hatte im Stern gezeigt, dass beispielsweise Bayer mit Druck und Rabatten nachgeholfen hat, die unverbindliche Preisempfehlung durchzusetzen und eine "Zielvereinbarung" mit Bayer zu unterzeichnen. In dieser Sache ermittelt das Kartellamt weiter gegen den Bayer-Konzern. [Apotheken]
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